Unser Besuch im Botanischen Garten Münster – Eindrücke aus dem Biologie-LK
Am vergangenen Montag unternahmen wir mit unserem Biologie-Leistungskurs (Q2) einen lehrreichen Unterrichtsgang in den Botanischen Garten der Westfälischen Wilhelms‑Universität Münster. Gemeinsam mit unserer Kursleitung Fr. Kuhlmann machten wir uns auf den Weg, um Pflanzenpraxis außerhalb des Klassenraums zu erleben – und kehrten mit neuem Wissen und vielen Eindrücken zurück.

Bestimmen einheimischer Pflanzen mit dem dichotomen Schlüssel
Ein Schwerpunkt unseres Besuchs war das Bestimmen einheimischer Pflanzen mithilfe eines dichotomen Bestimmungsschlüssels. Schritt für Schritt übten wir, Merkmale wie Blattstellung, Blütenform und Fruchtaufbau zu beobachten und gezielt Entscheidungen im Schlüssel zu treffen. Die praktische Arbeit förderte genaues Beobachten und lebhafte Diskussionen in der Gruppe – und zeigte uns, wie systematisch botanische Bestimmung funktioniert.
Anpassungen an verschiedene Standorte
Im Garten konnten wir außerdem untersuchen, wie Pflanzen an ganz unterschiedliche Standorte angepasst sind. An Beispielen aus Bereichen mit feuchtem, tropisch anmutendem Klima ebenso wie aus trocken-heißen Arealen wurden für uns spezielle Anpassungen deutlich:
- die Beschaffenheit und Größe der Blätter als Reaktion auf Wasserverfügbarkeit
- Mechanismen zur Wasserspeicherung bei sukkulenten Arten
- Besonderheiten der Wurzelarchitektur zur Nutzung unterschiedlicher Bodenschichten
Diese Vergleiche machten ökologische Prinzipien für uns greifbar: Form folgt Funktion – und Anpassung sichert das Überleben in verschiedensten Lebensräumen.

Parasiten und Pflanzeninteraktionen
Ein weiterer Programmpunkt beschäftigte sich mit Parasiten und Interaktionen zwischen Pflanzen. Wir lernten, wie manche Arten Nährstoffe von anderen Pflanzen abzapfen und wie parasitische Lebensweisen die Ökologie von Standorten beeinflussen können. Die direkte Beobachtung an lebenden Exemplaren vertiefte unser Verständnis für ökologische Netzwerke und die Rolle von Herbivoren, Krankheitserregern und Symbiosepartnern.
Ein weiteres Highlight: Fühl- und Riechgarten und die DNA‑Skulptur
Besonders begeistert waren wir vom Fühl- und Riechgarten: Hier durften wir Pflanzen mit geschlossenen Augen ertasten und an Blättern, Blüten und Rinden riechen – ein intensives sinnliches Erlebnis, das botanische Merkmale auf andere Weise erfahrbar machte. Zum Schluss entdeckten wir noch eine Skulptur der DNA im Garten, die für uns ein tolles Fotomotiv und ein passender Abschluss der Exkursion war: Genetik und Pflanzenkunde auf künstlerische Weise verbunden.

Fazit
Der Unterrichtsgang in den Botanischen Garten war für uns ein überaus lehrreicher und zugleich unterhaltsamer Tag. Durch das praktische Arbeiten mit Bestimmungsschlüsseln, die Untersuchung von Anpassungen an verschiedene Standorte und das Kennenlernen pflanzlicher Parasiten konnten wir Inhalte aus dem Unterricht anschaulich vertiefen. Gleichzeitig sorgten der Fühl‑ und Riechgarten sowie die Entdeckung der DNA-Skulptur für große Freude – eine Exkursion, die uns allen viel Spaß gemacht hat und noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Der Bio-LK Q1.