Vor 50 Jahren: Abitur am »EBG«

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Am 24.10.26 be­such­ten ehe­ma­li­ge Schü­le­rin­nen des »EBGs« ih­re al­te Schu­le. Vor 50 Jah­ren ha­ben sie noch un­ter »an­de­ren Um­stän­den« ihr Ab­itur dort ab­ge­legt. Im Fol­gen­den kön­nen Sie le­sen, was Frau Bo­the (Mit-In­itia­to­rin des Ab­itur­tref­fens) an un­se­re Schul­lei­te­rin ge­schrie­ben hat.

Von Pe­tra Bo­the. 1967, zu Be­ginn un­se­rer Schul­zeit am EBG, war das Schul­ge­bäu­de am heu­ti­gen Stand­ort ge­ra­de ein­mal vier Jah­re alt, be­stand aus dem Haupt­ge­bäu­de (mit Ver­wal­tungs­trakt, Leh­rer­zim­mer, na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fach-Räu­men, Kunst- und Hand­ar­beits­raum, Schü­ler­bü­che­rei, der Au­la und Mu­sik­räu­men, im Un­ter­ge­schoss die haus­wirt­schaft­li­chen Räu­me und Fahr­rad­kel­ler).

Die Klas­sen­räu­me be­fan­den sich in drei Häu­sern, ver­bun­den durch über­dach­te und ver­glas­te Gän­ge, der Pau­sen­hal­le, die wir al­ler­dings nur bei Re­gen­pau­sen nut­zen durf­ten. Es gab je­weils vier Par­al­lel­klas­sen pro Jahr­gang, in den obe­ren Klas­sen nur drei. Ins­ge­samt hat­te die Schu­le we­ni­ger als 1.000 Schü­le­rin­nen, ein rei­nes Mäd­chen­gym­na­si­um. Ei­ni­ge Jah­re gin­gen wir noch sams­tags zur Schu­le, hat­ten dann ma­xi­mal vier Un­ter­richts­stun­den. Manch­mal hat­ten wir nach­mit­tags Un­ter­richt, Phy­sik oder Che­mie oder auch Sport.

Bald schon reich­te das Raum­an­ge­bot für ei­ne wach­sen­de Schü­le­rin­nen­zahl nicht mehr aus, Haus IV wur­de ge­baut. Als wir die Ober­stu­fe — heu­te Se­kun­dar­stu­fe 2 — er­reich­ten, wur­den in den un­te­ren Klas­sen auch Jun­gen auf­ge­nom­men, un­ser Jahr­gang war der letz­te vor der Ober­stu­fen­re­form mit dem so­ge­nann­ten Kurs­sys­tem. Un­ser Un­ter­richt fand bis zu­letzt (als Klas­se 13b) noch weit­ge­hend im Klas­sen­ver­band statt, mit Dif­fe­ren­zie­rungs­mög­lich­kei­ten wie So­zi­al­wis­sen­schaf­ten oder Päd­ago­gik, un­ter­schied­li­chen Ge­schichts­kur­sen, ver­schie­de­nen Sport­mög­lich­kei­ten u.a.  Der Jahr­gang, der uns folg­te, nahm in Klas­se 11 auch Quer­ein­stei­ger von an­de­ren Schu­len auf, auch Jun­gen. Die un­te­ren Jahr­gän­ge wur­den meist schon fünf­zü­gig ge­führt.

Na­tür­lich gab es noch kei­ne Men­sa, auch noch kein el­tern­ge­führ­tes Ca­fé Mc­Bar­lach. Un­se­re Ver­pfle­gung be­stand aus mit­ge­brach­ten But­ter­bro­ten und Obst, Milch und Ka­kao wur­den beim Haus­meis­ter vor­be­stellt und muss­ten zur 1. gro­ßen Pau­se klas­sen­wei­se ab­ge­holt wer­den. Der Haus­meis­ter und sei­ne Frau be­trie­ben in den Pau­sen ei­ne Ver­kaufs­the­ke mit ki­os­küb­li­chen Ar­ti­keln. Spä­ter wur­de ein Ge­trän­ke­au­to­mat auf­ge­stellt, aus dem ver­schie­de­ne Heiß- und Kalt­ge­trän­ke be­zo­gen wer­den konn­ten, wäss­ri­ger Ka­kao, sü­ßer Zi­tro­nen­tee, Mi­ne­ral­was­ser etc … Oft ge­nug kam der Be­cher erst nach dem Ge­tränk her­aus.

Als wir das letz­te Mal vor et­wa 25 Jah­ren in un­se­rem al­ten Klas­sen­raum stan­den mit dem da­ma­li­gen Schul­lei­ter Dr. Jan­ko­vicz, wa­ren die al­ten Fens­ter­schei­ben blind, es fiel zwar Licht her­ein, aber man konn­te nicht nach drau­ßen se­hen. Die Schu­le be­fand sich nach un­se­rem da­ma­li­gen Emp­fin­den in ei­nem recht trau­ri­gen Zu­stand.

Da­her wa­ren wir er­staunt und froh, dass sich der all­ge­mei­ne Zu­stand er­heb­lich ver­bes­sert hat, so­gar die Mäd­chen­toi­let­te sah frisch re­no­viert und an­spre­chend aus.

Wir ha­ben in Haus II un­se­ren Klas­sen­raum ge­sucht, ha­ben al­ler­dings nur Werk- und Mu­sik­räu­me vor­ge­fun­den. Ei­nen der al­ten Flü­gel aus den Mu­sik­räu­men, die da­mals ne­ben der Au­la und auf der heu­ti­gen Büh­ne (?) ge­stan­den ha­ben, ha­ben wir wie­der­erkannt. Der Fuß­bo­den in der Pau­sen­hal­le und der Au­la be­fin­det sich nach all den Jah­ren im­mer noch in ei­nem gu­ten Zu­stand. Da­mals gab es na­tür­lich noch kei­ne Par­kett­auf­la­ge für den Tanz­sport.

Kurz ge­sagt, der Be­such war für al­le ein High­light.