Von Antonia Chroscinski. An zwei Tagen setzte sich die Q1 des »ERNST BARLACH GYMNASIUMS« in Castrop-Rauxel intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. In einem Workshop mit anschließender Exkursion nahmen die Schülerinnen und Schüler an dem Projekt »Erinnern, Verstehen, Handeln« teil, das in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung im Agora Kultur- und Bildungszentrum durchgeführt wurde. Ziel der Veranstaltung war es, ein vertieftes historisches Bewusstsein für die NS-Zeit zu entwickeln und die Bedeutung historischer Verantwortung für die Gegenwart zu reflektieren. Dabei standen sowohl regionale Bezüge als auch zentrale historische Orte in Dortmund im Fokus.

Den Auftakt bildete am Montag, dem 26. Januar, ein sechsstündiger Workshop am »ERNST BARLACH GYMNASIUM«. Dieser gliederte sich in drei thematische Schwerpunkte: die Manipulation von Sprache im Nationalsozialismus, Wehrpflicht und Bundeswehr sowie die NS-Zeit in Castrop-Rauxel. Begleitet wurde der Workshop von Expertinnen und Experten der Evangelischen Erwachsenenbildung sowie einer Lehrerin des »EBGs«. Mithilfe von Präsentationen, Arbeitsaufgaben und anschaulichen Beispielen erhielten die Schülerinnen und Schüler eindrucksvolle Einblicke in das Leben von Verfolgten und Gefangenen sowie in die systematische Organisation der nationalsozialistischen Verfolgung. Die Inhalte wirkten auf viele Teilnehmende erschütternd und verdeutlichten zugleich die besondere Sensibilität und Relevanz des Themas.
Am Dienstag, 27. Januar, folgte eine Exkursion nach Dortmund. Geplant war zunächst ein Besuch der Steinwache, der jedoch aufgrund von Renovierungsarbeiten durch eine Stadtführung ersetzt wurde. Ein Tourguide führte die Gruppe zu verschiedenen historischen Stationen und erläuterte die Ereignisse, die sich an diesen Orten während der NS-Zeit zugetragen hatten. Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass auch in Dortmund zahlreiche Menschen inhaftiert und von dort aus in Konzentrationslager deportiert wurden. Die Führung dauerte rund anderthalb Stunden, bevor sich die Gruppe in der Auslandsgesellschaft aufwärmen konnte.

Im Anschluss ging es mit der U‑Bahn weiter zum »Mahnmal Bittermark«. Dort berichtete ein Mitglied des »Heinrich-Czerkus-BVB-Fanclubs«, der ehemalige Platzwart von Borussia Dortmund, über die Geschehnisse an diesem Ort. Die Berichte über die dort verübten Massenmorde bewegten die Gruppe sichtlich. Vor allem die Gräber der Opfer rund um das Mahnmal machten die historischen Ereignisse greifbar und hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Insgesamt erwiesen sich Workshop und Exkursion für die Q1 als äußerst informativ und eindrucksvoll. Die Veranstaltung machte deutlich, welches unermessliche Leid während der Zeit des Nationalsozialismus herrschte, und unterstrich die Bedeutung einer kritischen und verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der Geschichte – auch in der Gegenwart.